30.03.2025, The Letter – The Box Tops
Sie sind da, wenn wir alles um uns herum in Höchstgeschwindigkeit erleben – sich alles so schnell verändert und bewegt. Meistens sind diese Bilder nur blass und tauchen nicht mehr so häufig auf, aber die Erinnerungen an diese Lieben, die da mal waren, die bleiben (ewig). Und auch wenn alles in Slow Motion läuft (vielleicht insbesondere dann) und wir spüren, welche Teile in uns schon überall ein Bild hinterlassen haben, dann sind da all diese Lieben, die da mal waren. Es hat etwas Paradoxes. Dass Dinge enden, ist nicht unbedingt schlecht. Aber es als etwas Schönes zu beschreiben, ist auch eigenartig, denke ich. Es ist zumindest – und da bin ich mir sicher – nicht immer ein „gescheitert“. Vielleicht ist es ein „Unser gemeinsamer Weg geht nicht mehr weiter, wir haben alles voneinander gelernt, was wir hätten lernen können und nun gehen wir mit all unseren Emotionen im Gepäck in eine andere Richtung weiter.“
Ich stehe an unserer alten Ecke und denke an diesen Moment, als wir die Kisten in meine erste eigene Wohnung hochgetragen haben.
Ich denke an unseren ersten Streit, wo ich dich meilenweit von mir weggedrückt habe und du dennoch geblieben bist.
Jetzt scheint alles so anders. Die Gefühle sind genauso anders, wie die Menschen mit denen wir sie fühlen.
Der Laden, der früher mal ein Burger Laden war, nun ein Asiate und die zwei Verliebten, die sich mit jeweils einem AirPod im Ohr während Rihannas “Stay” zum 999960 Mal ineinander verliebt haben, die Welt um sich ausschalteten und sich unentwegt anschauten, die sind nun auch nicht mehr hier.
Wir sind nicht mehr hier.
Ich stehe hier alleine und sehe diese Geschichten wie einen Film, den ich von außen immer wieder betrachtet habe.
Sie leben in mir und daran zu denken versetzt mir einen Stich, weil es nicht mehr ist und gleichzeitig ein Gefühl von Dankbarkeit, weil ich weiß wie schön es war sich in deiner Liebe zu verlieren an dieser Ecke mit jeweils einem AirPod im Ohr und Rihannas “Stay”.
Ich rieche deinen Duft und fühle deine Hand, wie sie sich in meine schmiegt.
Ich spüre deine Umarmung.
Die Erste und die Letzte.
Die Straße ist anders, als mit dir. Die ganze Stadt ist anders.
Mir rollt eine Träne runter, ich drehe mich ein letztes Mal um zu dieser Ecke und ich gehe weiter. Wohl wissend, dass es gut so ist, wie es ist.
Wohl wissend, dass wir für immer in mir leben werden und wohl wissend, dass das der einzige Ort ist, wo wir das tun. Das Zusammenspiel aus Erinnerungen, Verlust, Dankbarkeit, Liebe und der Erkenntnis, dass einige Verbindungen und Momente für immer in uns weiterleben, fühlt sich ein bisschen wie Nostalgie an.
Schmerz und Frieden gemeinsam fühlen, weil die Bedeutung der erlebten Liebe so evident ist und die Wertschätzung davon fortwährt, auch wenn sie nicht mehr in der gleichen Form existiert.
Es ist tröstlich zu wissen, dass diese Geschichte nicht nur von einer Person handelt. Es sind all diese Lieben in uns.
Und da sind wir und das werden wir immer.
Einige Lieben sind so stark, sie können einfach nie sterben und das ist doch wunderschön in einer Welt, in der alles endet – dass wir etwas geschaffen haben, das bleibt.
xxx L.
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